16.12.2025

„Wann wird Weihnachten überall ein Fest?“ – Adventskonzert der Musikgruppen

Auch wenn das große Fest schon nah ist, so ist der Advent noch eine Zeit des Wartens und Fragens. Weil sich manche Frage am besten musikalisch beantworten lässt, hatten die Ensembles des Städtischen Gymnasiums am 11. Dezember wieder zum traditionellen Adventskonzert eingeladen. Eine Frage, die sich viele Menschen stellen, ist sicherlich, wie man es in einer von Termindruck, Erledigungen und Klassenarbeiten geprägten Zeit schaffen kann, Vorfreude und Harmonie aufkommen zu lassen. Die Schüler*innen des Schulchors gaben in dem Lied „Weihnachten weltweit“ Antworten: Begleitet von Chorleiter Heiner Breitenströter sangen sie beispielsweise in der 3. Strophe: „Singe schöne Lieder. Lass Musik entsteh’n. Wo Töne zu Musik sich finden, kann kein Streit besteh’n.“ Dieser Leitidee folgte nicht nur der Chor selbst, sondern insgesamt rund 150 Mitwirkende in acht verschiedenen Formationen.

Eröffnet wurde das Konzert in der voll besetzten Aula von der Bläsergruppe der Stufe 5. Die Frage mancher Eltern, ob Kinder nach wenigen Wochen Instrumentalunterricht bereits Weihnachtslieder präsentieren können, wurde eindeutig positiv beantwortet. Schulleiter Dr. Jost Biermann richtete dann in seinen Begrüßungsworten seinerseits direkt eine Frage an das ganze Publikum. Dabei zeigte sich, dass er selbst nicht der einzige Zuhörer war, der zum ersten Mal im Leben das Adventskonzert des Städtischen Gymnasiums besuchte. Frisch ins Amt gestartet nutzte er die Gelegenheit, sich vorzustellen und allen Besucherinnen und Besuchern einen schönen Konzertabend zu wünschen.

Nach dem Auftritt der jüngsten Gruppe wandte sich die Bläsergruppe der Stufe 6 mit ihrem Musiklehrer Daniel Reichert der Frage zu, ob man traditionelle deutsche Weihnachtslieder auch mit britischem Pop kombinieren kann. Nachdem auf Musik von Adele erst „Kling, Glöckchen“ und „Ihr Kinderlein kommet“ folgte, wurde im Party Rock mit selbst getexteten Rap-Einlagen schließlich sogar Santa Claus vom ansteckenden Shuffle-Beat erfasst.

Das Streicherensemble unter der Leitung von Meike Winter hatte eines der schönsten Weihnachtslieder der Welt ausgewählt. 1847 noch unter dem französischen Titel „Minuit, chrétiens“ von Adophe Adam komponiert, wurde die anrührende Melodie weltweit vor allem als „Holy Night“ berühmt. Geigen und Celli ließen den Zauber der Heiligen Nacht mit eindringlichem Pizzicato und zarten Melodiebögen spürbar werden.

Bevor der Schulchor das Publikum in dem oben bereits erwähnten Lied die Frage „Wann wird Weihnachten weltweit wunderbar?“ stellte, hatte er bereits ordentlich Glocken klingen lassen: Nach dem englischen „Ding. Dong. Merrily on High“ und dem deutschen „Süßer die Glocken nie klingen“ läuteten gleich zwei amerikanische Hits gleichzeitig: In einem raffinierten Arrangement erklangen die Schlittenglocken von „Jingle Bells“ und der daran angelehnte „Jingle Bell Rock“ quasi gleichzeitig.

Nach einer kurzen Pause eröffnete das Vororchester die zweite Konzerthälfte unter anderem mit einem Arrangement von Elton Johns Welterfolg „The Circle of Life“, in dem die bekannte Melodie wirkungsvoll in den verschiedenen Registern der Holz- und Blechbläser gesteigert wird.

Einfühlsamer Chorgesang wurde nun unter der Leitung von Sören Graute in gleich zwei Formationen präsentiert: Die Mitglieder des Vokalpraktischen Kurses der Stufe Q1 trugen erst Adeles „Remedy“ vor und waren dann auch Teil des SG-PopChors. Der ausbalancierte und eindrucksvoll vorgetragene Chorklang wurde in Coldplays „Fix You“ noch von einem eigens zusammengestellten Bläserquintett unterstützt.

Als letztes Ensemble nahm dann das Schulorchester auf der Bühne Platz. Dirigent Daniel Höwekenmeier hatte drei sehr unterschiedliche Stücke ausgewählt: Einen Weihnachtschoral in festlichem Orchesterklang, den emotionalen Pop-Song „You Raise Me Up“ arrangiert für Blasorchester und Instrumentalsolo (souverän dargeboten von Jonah Heese am Alt-Saxophon) und schließlich ein buntes Swing-Medley amerikanischer Weihnachtsklassiker im Big-Band-Stil.

Nach den so unterschiedlichen musikalischen Beiträgen galt es dann, noch eine Frage zu klären: Wie viele Musikerinnen und Musiker finden auf der Bühne unserer Aula Platz? Chöre, Orchestergruppen und Streicher intonierten gemeinsam den 1971 von John Lennon und Yoko Ono im Rahmen einer weltweiten Friedenskampagne geschriebenen Song „Happy Christmas“. Die von wechselnden Instrumentengruppen vorgetragenen Strophen vertonen die Frage „Another year over, and what have you done?“. Verdichtet durch die von den Chören immer wieder intonierten Worte „War is over if you want it“, macht der Song schmerzlich bewusst, dass der Wunsch nach weihnachtlichem Frieden in der Welt auch am Ende des Jahres 2025 an vielen Orten noch nicht erfüllt ist.

Am Ende seines ersten Adventskonzerts am SG dankte der neue Schulleiter allen Mitwirkenden, insbesondere auch dem Technik-Team unter der Regie von Jan Paul Klinke, welches das Konzert mit Licht und Ton in Szene gesetzt hatte. Ein weiterer Dank galt dem tollen Publikum, welches dann beim Schlusslied „Adeste fideles“ auch noch kräftig mit einstimmen konnte. So bot sich auch auf aktive Art die Möglichkeit, die Frage nach einer gelingenden Vorweihnachtszeit ganz persönlich zu beantworten und etwas festliche Stimmung mitzunehmen in die letzten Tage der Adventszeit.

Text: Daniel Höwekenmeier
Fotos: Manuela Steuernagel und Jan Paul Klinke