Der Literaturabend der Q1 zeigte eindrucksvoll, wie kreativ und vielseitig die Schüler*innen unseres Gymnasiums arbeiten. Gemeinsam gestalteten der Theaterkurs und der Filmkurs einen abwechslungsreichen Abend, bei dem sich beide Kurse auf gelungene Weise ergänzten.
Zu Beginn stand das selbst entwickelte Theaterstück des Theaterkurses. Es setzte sich mit den Lebensgeschichten dreier weltbekannter Frauen auseinander: Marilyn Monroe, Britney Spears und Prinzessin Diana. Trotz ihrer unterschiedlichen Biografien verbindet sie eine zentrale Frage: Wie selbstbestimmt kann ein Mensch – insbesondere eine Frau – sein Leben führen, wenn Erwartungen der Gesellschaft, Medien und Öffentlichkeit ständig Einfluss nehmen? Themen wie Emanzipation, Selbstbestimmung und der Umgang mit Ruhm und öffentlicher Aufmerksamkeit wurden aus einer weiblichen Perspektive eindrucksvoll auf die Bühne gebracht.

Den Rahmen bildete eine fiktive Talkshow. Ein chauvinistischer Moderator sollte die drei Frauen interviewen, zeigte sich jedoch zunehmend genervt von ihren selbstbewussten Positionen. So entwickelte sich ein spannungsreiches Wechselspiel zwischen oberflächlichen Klischees und den persönlichen Geschichten der Protagonistinnen.
Besonders originell war der Einsatz des Theaterchors. Dieser übernahm unterschiedlichste Rollen: Er verkörperte die inneren Stimmen der Figuren, sprach Zeitungsüberschriften, stellte Menschen aus ihrem Umfeld dar und verlieh den Szenen eine eindrucksvolle Dynamik. Dadurch entstand eine vielschichtige Inszenierung, die das Publikum zum Nachdenken anregte. Ein besonderer Höhepunkt war die musikalische Gestaltung. Sowohl zu Beginn als auch zum Abschluss sang der Chor den bekannten Song „(You Make Me Feel Like) A Natural Woman” – ein emotionaler Rahmen, der die Botschaft des Stücks eindrucksvoll unterstrich und für Gänsehautmomente sorgte.




Der Filmkurs der Q1 ergänzte den Abend mit eigenen filmischen Beiträgen und machte die gemeinsame Veranstaltung zu einem abwechslungsreichen Gesamterlebnis. Dazu präsentierten die Schüler*innen einer Auswahl ihrer Werke, die zu ganz unterschiedlichen Aufgabenstellungen entstanden waren. Zwischen den einzelnen Filmen berichteten die Kursteilnehmer*innen in kleinen Interviews über ihre Erfahrungen bei den Dreharbeiten oder der Planung ihrer Projekte.
Zu den ernsten Beiträgen zählte etwa die Auseinandersetzung mit der Suche nach der eigenen Identität. Für Tempo sorgten die Filme aus dem Action-Workshop, in dem die Schüler*innen gelernt hatten, Kampfchoreografien und Verfolgungsjagden sicher, aber glaubwürdig zu inszenieren – das setzten sie mit viel Spielfreude filmisch um.
Die größten kreativen Freiheiten wurden in Musikfilmen deutlich, die das aufwändigste Projekt des Kurses bildeten. Hier hatte die Aufgabe darin bestanden, eine Geschichte zu einem selbst gewählten Musikstück zu erzählen – ganz ohne Dialoge, sondern nur durch Schauspiel und eindrucksvolle Bilder. Dabei griffen die Schüler*innen ganz unterschiedliche und teilweise sehr persönliche Themen auf.





Auch wenn sich leider nur wenige Zuschauer*innen auf den Weg in die Aula gemacht hatten, wurden diese mit einer außergewöhnlichen Aufführung belohnt. Der lang anhaltende Applaus und die durchweg positiven Rückmeldungen zeigten, wie sehr das Publikum von der Kreativität, dem schauspielerischen Können und der Aktualität der behandelten Themen beeindruckt war.
