Biology for everyone

Mit dem Ziel, Fach- und Sprachlernen gewinnbringend zu kombinieren, bietet die Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld regelmäßig sprachsensibel aufbereitete Projekte zu biologischen Themen an. Im Januar hatten die Schüler*innen der internationalen Klasse des Städtischen Gymnasiums (IK3) die Möglichkeit, an dem von Leandra Langer, Studierende an der Universität Bielefeld, konzipierten Humanbiologie-Modul mit Schwerpunkt Lunge und Herz-Kreislaufsystem teilzunehmen.

Nachdem bereits im letzten Schuljahr 9 Schüler*innen erfolgreich an dem Zoologie-Modul zur Erforschung der Systematik von Reptilien, Amphibien, Insekten, Spinnen- sowie Weichtieren teilgenommen hatten, sollte es auch in diesem Schuljahr Schüler*innen ermöglicht werden, einen tiefergehenden Einblick in das Fach Biologie und seine fachspezifischen Methoden zu erhalten.

Das Modul, welches von der Universität Bielefeld im Zuge des Projekts Biology for everyone angeboten wird, dient der Erforschung des naturwissenschaftlichen Fachunterrichts für neuzugewanderte Schüler*innen. Mithilfe des Projekts soll geklärt werden, wie Fachunterricht für Schüler*innen der internationalen Klasse gestaltet sein sollte, um sie fachlich sowie sprachlich optimal auf den naturwissenschaftlichen Regelunterricht vorzubereiten. „In internationalen Klassen werden neuzugewanderte Schüler*innen mit geringen Deutschkenntnissen zusammen unterrichtet. In diesen Klassen wird häufig nur Deutschunterricht erteilt, obgleich sprachsensibel aufbereiteter Fachunterricht großes Potential zur Sprachförderung bietet“, betont Mario Schmiedebach, Lehrender an der Universität Bielefeld für Biologiedidaktik und Leiter des Projekts. Neben sprachsensibel konzipierten Unterrichtsinhalten überzeugt das Modul vor allem durch seine vorwiegend praktische Arbeit.

An drei Terminen zu je vier Unterrichtsstunden beschäftigten sich die Schüler*innen unter anderem mit der Bauch- und Brustatmung, dem Blutkreislauf sowie den Bestandteilen des Blutes und ihren Aufgaben. Hierbei wurden mittels kleinerer sowie größerer Versuche Antworten auf Fragen wie „Kann ich spüren, wie mein Blut sich durch meinen Körper bewegt?“, „Wie groß ist das Lungenvolumen eines Menschen?“, „Wie atmen wir?“ oder „Wie ist das Herz aufgebaut?“ gefunden. Das Vorgehen für die Beantwortung letzterer Fragestellung empfanden die Schüler*innen als besonders spannend. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sie dafür ein Schweineherz sezieren sollten. Anfängliche Skepsis und Ekel wandelten sich schnell in Neugier und Faszination um. „Die Organe des Schweines haben große Ähnlichkeit mit menschlichen Organen, sodass ihre Präparation einen beeindruckenden Einblick in die Welt unserer Organe liefert“, berichtet Leandra Langer.

von Lina Kiehne