„Auch du bist eine Chance!“ DKMS-Registrierungsaktion am SG

Unter dem Motto „Dein Typ ist gefragt“ lud die DKMS am Dienstag, 11.02.2020, Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen Q1 und Q2 ein, sich im Kampf gegen Blutkrebs zu engagieren und sich typisieren zu lassen. Eine Registrierung ist erst ab 17 Jahren möglich, die eigentliche Stammzellspende kann dann mit 18 Jahren erfolgen. Der erfolgreichen Typisierungs-Aktion ging eine Informationsveranstaltung in der gut gefüllten Aula des SG voran, in der wichtige Informationen zum Thema „Blutkrebs und Stammzellspende“ gegeben und viele Fragen der interessierten Schülerinnen und Schüler beantwortet wurden.

Frau Hanebrink-Welzel, Tobias Gehring, Lars Penke, Axel Rotthaus eröffnen gemeinsam die Informationsveranstaltung.

Dass jeder Mensch unabhängig vom Alter von dieser Krebserkrankung betroffen sein kann, verdeutlichte Tobias Gehring, der in Bielefeld Wirtschaftspsychologie studiert und als ehrenamtlicher Mitarbeiter der DKMS tätig ist, eindrucksvoll in seiner Präsentation. Alle 15 Minuten werde in Deutschland ein Mensch mit dieser schockierenden Diagnose konfrontiert, darunter viele Kinder und Jugendliche. Bei Kindern sei Leukämie sogar die am häufigsten auftretende Krebsdiagnose. Über neun Millionen Freiwillige haben sich bislang in Deutschland bei der DKMS registrieren lassen, weltweit seien es 34 Millionen. Mehr als 80.000 von ihnen konnten einem Patienten die Chance auf ein zweites Leben ermöglichen. „Das klingt erstmal viel“, konstatiert Gehring. Die Schwierigkeit bestehe aber darin den passenden „genetischen Zwilling“ für den erkrankten Menschen zu finden, das Auffinden eines geeigneten Spenders gleiche sprichwörtlich der „Suche nach der Nadel im Heuhaufen“. Er appellierte an sein jugendliches Publikum: „Daher brauchen wir euch!“

Tobias Gehring (links) und Lars Penke (rechts) beeindruckten die SG'ler mit ihrem Vortrag.

Wie sich eine Leukämie-Erkrankung und die Heilung durch eine Stammzellenspende persönlich auf den Erkrankten auswirkt, erläuterte dann Lars Penke, ein ehemaliger Schüler des SG, der 2018 an Blutkrebs erkrankte. In der anschließenden Fragerunde, die von der Biologielehrerin Frau Hanebrink-Welzel moderiert wurde, wurde das große Interesse und die Betroffenheit seines jugendlichen Publikums deutlich. Durch eine Stammzellspende konnte der 26jährige inzwischen genesen und engagiert sich seitdem für die DKMS und für Registrierungsaktionen an Schulen. Als er damals die Diagnose erhielt, kamen seine beiden Geschwister aufgrund der fehlenden Übereinstimmung nicht in Frage. Ohnehin stammten lediglich ein Drittel der Stammzellenspender aus der Familie, hingegen kämen zwei Drittel außerhalb der Familie als Fremdspenden, erläuterte Herr Penke. In seinem Fall seien drei potentielle Spender aus Polen, England und Deutschland in Betracht gekommen. Schließlich habe er dann die Stammzellen eines 30jährigen Berliners erhalten. Mehr wisse er noch nicht, da erst nach zwei Jahren die Anonymität aufgehoben wird und ein Kontakt erst dann möglich ist, wenn sowohl Spender als auch Empfänger zustimmen. Lars Penke hob hervor, dass ihm seine positive Lebenseinstellung und der Rückhalt von Familie und Freunden bei Rückschlägen geholfen habe. Weiterhin betonte er, je mehr potenzielle Stammzellspender in der DKMS registriert seien, desto größer werde die Chance, ein Leben zu retten. Diese Chance sollten die Schüler nicht ungenutzt lassen.

Nach dem beeindruckenden Vortrag von Tobias Gehring und Lars Penke nahmen zahlreiche Schülerinnen und Schüler an der folgenden Registrierungsaktion zu diesem lebenswichtigen Projekt der DKMS teil. An 18 Tischen wurde Abstriche mit Hilfe von Wattestäbchen genommen und die Daten der freiwilligen potentiellen Spender registriert. Ein Biologiekurs aus der E-Phase war zuvor vom DKMS-Volunteer Tobias Gehring für diese Aufgabe eingewiesen worden und sorgte für einen reibungslosen Ablauf der Registrierung. So konnten in eineinhalb Stunden insgesamt 150 Registrierungen verzeichnet und damit ein wichtiger Beitrag zum Kampf gegen den Blutkrebs geleistet werden.

Laut Aussage von Herrn Gehring ist dies eine sehr hohe Anzahl an gewonnenen potentiellen Stammzellspendern für eine Schule. Alle Beteiligten waren sich am Ende dieses Vormittages einig darüber, dass einer Wiederholung der DKMS-Schulregistrierungsaktion in zwei Jahren wünschenswert und sinnvoll wäre.

Schülerinnen und Schüler der E-Phase halfen bei der Registrierung.