Im Mai 2025 fuhren alle 9. Klassen zur Wewelsburg. Nach dem morgendlichen Treffen an der Schule und der einstündigen Busfahrt kamen wir an der Wewelsburg in Büren an. Die Burg (Baujahr 1603–1609) ist alt, imposant und schon von Weitem zu sehen. Mit dem Leiter der heutigen Exkursion ging es zunächst in den Burgkeller, wo uns der Zeitabschnitt des Zweiten Weltkrieges grob erklärt wurde. Anhand von Abbildungen und Beispielen erläuterte er uns die Ursachen, die Ideologie und die Entwicklung der Zeit des Nationalsozialismus. Anschließend hatten wir Zeit, die Ausstellungsstücke zu erkunden. Darunter befanden sich echte Uniformen, damalige Zeitungsartikel und emotionale Briefe, in denen Trauer und Hilflosigkeit deutlich wurden.


Nach einer 15-minütigen Pause gingen wir über den Innenhof des Schlosses in einen Turm, auf dessen Boden ein von den Nationalsozialisten genutztes Zeichen (die „Schwarze Sonne“) aufgemalt ist. Dort wurden vor allem die ideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus sowie Bezüge zu heutigen rechtsextremen Anhängern thematisiert. Da die Wewelsburg damals ein Treffpunkt der SS war, bestaunten wir im Keller des Schlosses die besondere Akustik eines Raumes (ähnlich gebaut wie eine „Verhörkammer“). In der Mitte des Raumes klingen Stimmen besonders laut, dunkel und eindrucksvoll, was damals zur Einschüchterung genutzt wurde.
Nach einer längeren Pause von 30 Minuten ging es erneut in einen anderen Teil des Burgkellers, in dem uns vor allem der Bezug zur heutigen Zeit und auch die Arbeit der Angestellten in der Wewelsburg erklärt wurden. Denn um die Wewelsburg herum finden noch viele Grabungen statt, bei denen man nach Material aus vergangener Zeit sucht. In einem weiteren Raum wurden Diagnosen von Ärzten der Konzentrationslager ausgestellt, in denen zwar häufig natürliche Todesursachen angegeben wurden, die Geschichten jedoch etwas ganz anderes erzählten. Hier las man emotionale Berichte und Zitate von Menschen, die in Konzentrationslagern inhaftiert waren und insbesondere Folter, Angst und Missbrauch erlitten.
Nach dem Vortrag unseres Leiters über Gleichheit und Gerechtigkeit gingen wir in Gruppen durch den Ortskern, um Gebäude und Orte aus damaliger Zeit zu finden. Dazu gehörten eine Küche des Konzentrationslagers, in der die Nahrung immer knapp war, und der sogenannte Appellplatz, an dem die Inhaftierten jeden Tag gezählt wurden und auch im Winter mehrere Stunden bis zur Erfrierung ausharren mussten, ohne auch nur einen Muskel zu bewegen.
Anschließend fuhren wir mit dem Bus eine Stunde zurück, sodass wir um 17 Uhr in Gütersloh ankamen.
Die Wewelsburg ist also nicht nur ein geeigneter Ort, um die Geschichte und die Grausamkeit des Nationalsozialismus zu verstehen. Sie ist auch eine Gedenkstätte, die an die Millionen Opfer erinnert und ihr Motto unterstreicht: „Niemals dürfen wir vergessen!“
Von Tuana Er




