Wie digitale Karten helfen können, einen Schulhof nachhaltiger, grüner und lebenswerter zu gestalten, haben die Schüler*innen des Projektkurses Geoinformatik des SG an einem intensiven Projekttag eindrucksvoll erlebt. Der Projekttag fand nicht an der Schule statt, sondern bewusst vor Ort bei esri Deutschland GmbH in Münster. Dort erhielten die Schüler*innen einen praxisnahen Einblick in professionelle GIS-Arbeitsweisen und arbeiteten gemeinsam mit Expert*innen an einem konkreten Anwendungsfall: der Umgestaltung des eigenen Schulhofs.


Bereits in der Woche zuvor hatten die Schüler*innen in Gütersloh eine umfangreiche Grundlage geschaffen. Mit der App „ArcGIS Field Maps“ kartierten sie den Schulhof systematisch und erfassten unter anderem versiegelte Flächen, Grünbereiche, Baumstandorte und Sitzgelegenheiten. Diese Datengrundlage bildete die Basis für den Projekttag in Münster, an dem es darum ging, die erhobenen Daten weiterzuverarbeiten, auszuwerten und für andere nutzbar zu machen.
Unterstützt von Clara Marlene Hahn und Johann Neugebauer von esri Deutschland arbeiteten die Schüler*innen in verschiedenen Arbeitsphasen an zentralen Bausteinen moderner Geoinformatik. Im „MapViewer“ von ArcGIS Online gestalteten sie ihre Karten weiter, passten Symbolisierungen an, ordneten Layer sinnvoll und konfigurierten Pop-ups so, dass Informationen auf einen Blick verständlich werden. Dabei ging es nicht nur um eine ansprechende Darstellung, sondern auch darum, komplexe räumliche Informationen intuitiv nutzbar zu machen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der aktiven Beteiligung der gesamten Schülerschaft. Mit „Survey123“ entwickelten die Schüler*innen eine digitale Umfrage, in der alle Schülerinnen des SG mithilfe ihres Smartphones Orte auf dem Schulhof markieren können, die sie gerne umgestalten oder begrünen möchten. Ergänzt wird die Kartenfunktion durch Fragen zu Nutzungsideen, Sitzmöglichkeiten oder gewünschten Veränderungen. Die Umfrage ist bereits fertiggestellt und kann ab sofort von der gesamten Schülerschaft genutzt werden, um eigene Ideen einzubringen.
Hier der Link zur Umfrage: https://arcg.is/0unWji1


Parallel dazu arbeiteten andere Gruppen an der Auswertung und Präsentation der Ergebnisse. In einem „Dashboard“ werden die Rückmeldungen aus der Umfrage übersichtlich zusammengeführt und visualisiert, sodass auf einen Blick sichtbar wird, welche Bereiche besonders häufig genannt werden oder wo sich Wünsche ballen. Zusätzlich entstand eine „Web Experience“, in der Kartierung, Problemstellung und Beteiligungsmöglichkeiten zusammengeführt werden. So können sich nicht nur Schüler*innen, sondern auch Lehrkräfte, Schulleitung und perspektivisch externe Partner ein umfassendes Bild vom Schulhof und den entwickelten Ideen machen.
Immer wieder wurde dabei deutlich, wie groß und vielseitig das Feld der Geoinformatik ist. Von der Datenerhebung über die Analyse bis hin zur interaktiven Präsentation arbeiteten die Schüler*innen mit Werkzeugen, die auch in Stadtplanung, Umweltforschung oder Klimaanpassung eingesetzt werden. Entsprechend hoch war die Motivation. „Ich hätte nicht gedacht, dass man mit Karten so konkret etwas verändern kann“, hielt Pierce Pahlitzsch fest. Helena Hansmerten ergänzte: „Es ist cool zu sehen, dass unsere Ideen nicht einfach nur aufgeschrieben werden, sondern direkt auf einer Karte landen.“
Ein zentrales Thema des Tages war die Frage, warum ein grüner Schulhof überhaupt so wichtig ist. Stark versiegelte Flächen können sich im Sommer extrem aufheizen und tragen zur Bildung von Hitzeinseln bei. Gleichzeitig verhindern sie, dass Regenwasser versickert, verschärfen Überschwemmungsprobleme und bieten weder Lebensraum für Pflanzen noch angenehme Aufenthaltsorte für Menschen. Der Schulhof wurde so nicht nur als Pausenfläche betrachtet, sondern als Teil des städtischen Klimas – und als Raum mit großem Gestaltungspotenzial.


Dass an diesem Tag bereits so viele konkrete Ergebnisse entstanden sind, machte den Projekttag besonders erfolgreich: Die Kartierung ist abgeschlossen, die Umfrage ist online, erste Rückmeldungen können bereits im Dashboard eingesehen werden. Langfristig sollen die Ergebnisse auch genutzt werden, um gemeinsam mit der Stadt Gütersloh über nachhaltige Maßnahmen zur Begrünung des Schulhofs nachzudenken.
„Der Projekttag hat gezeigt, wie viel Potenzial in der Verbindung von digitalen Werkzeugen, realen Fragestellungen und engagierten Schüler*innen steckt“, resümiert Pascal Laske, Leiter des Projektkurses Geoinformatik. „Die Schüler*innen haben heute nicht nur GIS gelernt, sondern erlebt, dass ihre Arbeit eine echte Wirkung haben kann. Das war ein außergewöhnlich motivierender und erkenntnisreicher Tag – für alle Beteiligten.“
