Schulleiter kooperieren bei Integration zugewanderter Schüler

Rektoren stehen vor einer „aufregenden“ Arbeit

Als eine der „aufregendsten Arbeiten“ während seiner Laufbahn bezeichnete Lambert Austermann, Rektor des Städtischen Gymnasium Harsewinkel, den Aufbau des Netzwerkes von fünf Gymnasien aus dem Kreis Gütersloh. Jetzt unterzeichneten die jeweiligen Schulleiter den Kooperationsvertrag.

Kooperieren: Netzwerkberater Sven Parchur (2.v.l.),
mit den Rektoren Josef Scheele von Alven (Steinhagen v.l.),
Markus Spindler (Halle), Axel Rotthaus (Gütersloh),
Lambert Austermann (Harsewinkel) und Dr. Michael
Klößmeier (Schloss Holte-Stukenbrock), Foto: Joe Cubik

Zu den Partnern gehören außerdem das Städtische Gymnasium Gütersloh, das Steinhagener Gymnasium, das Kreisgymnasium Halle sowie das Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock. Die fünf Schulen haben sich im Rahmen des Netzwerkes „Zukunftsschulen NRW“ zum Thema „Integration neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler in den Regelunterricht des Gymnasiums“ zusammengeschlossen. Sie bilden im Regierungsbezirk Detmold ein Netzwerk und stellen die Ergebnisse ihrer Arbeit in den nächsten zwei Jahren allen Schulen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.

Die kooperierenden Schulen verfolgen das Ziel, den neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen im Lauf von zwei Jahren so viel Deutsch zu vermitteln, dass sie anschließend an einer für sie geeigneten Schule am regulären Unterricht teilnehmen und einen guten Abschluss erwerben können. Diese Aufgabe stellt alle Schulen bereits bei der Aufnahme dieser Kinder und Jugendlicher vor große strukturelle und organisatorische Anforderungen.

Schwerpunkt des neuen Netzwerkes ist es, möglichst vielen der zugewanderten Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung ihrer sehr heterogenen Lernbiografien die Fortsetzung einer gymnasialen Schullaufbahn zu ermöglichen. Die völlig unterschiedlichen Voraussetzungen der Schüler stellen die große Herausforderung dar.

„Wir haben Schüler aufgenommen, die sprechen fünf Sprachen und standen in ihrer Heimat kurz vor dem Abitur. Wir haben aber auch welche, die noch Analphabeten sind“, erklärte Lambert Austermann. Ähnliche Erfahrungen habe auch das Städtische Gymnasium in Gütersloh gemacht. Unter den 19 Jungen und Mädchen aus elf Nationen seien einige, die noch nie eine Schule von innen gesehen hätten, berichtete Katharina Sagemüller, schulische Ansprechpartnerin für das Netzwerk.

Sven Pachur, zuständiger Netzwerkberater des Regierungsbezirks Detmold, habe bei dem neuen Netzwerk schon „viel Know-how“ ausgemacht. Als eine Art „Gütesiegel“ der Arbeit bezeichnete der Bielefelder Pädagoge die „individuelle Förderung“.

Dafür gebe es „keine perfekten, sondern nur kreative Lösungen“, wobei unter den Beteiligten „der Austausch extrem wichtig“ sei, betonte Austermann. „Es gibt zwischen uns keine Geheimniskrämerei, stattdessen wollen wir uns regelmäßig austauschen“, unterstrich der Harsewinkeler Schulleiter. Er hofft auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.

(Quelle: Neue Westfälische vom 13.02.2017)