14.07.2026

50 Jahre Schulpartnerschaft mit den USA – ein Jubiläum, das Generationen verbindet

Mit einer feierlichen Veranstaltung in der Mensa beging das Städtische Gymnasium Gütersloh das 50-jährige Bestehen seiner Schulpartnerschaft mit den USA. Seit der Gründung im Jahr 1975 bildet der Austausch eine tragende Säule des internationalen Profils der Schule und wird durch das GAPP (German American Partnership Program) gefördert. Für vier Wochen tauchen die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen in das Leben des Gastlandes ein, besuchen dort die Schule und erfahren kulturelle Besonderheiten unmittelbar durch das Leben in den Gastfamilien.

In einem halben Jahrhundert musste der Austausch lediglich zweimal aussetzen: nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sowie während der Corona-Pandemie. Umso eindrucksvoller war die Feier dieses außerordentlichen Jubiläums, die die Kontinuität und Bedeutung der Partnerschaft unterstrich.

Der Schulleiter, Dr. Jost Biermann würdigte in seiner Ansprache den Schüleraustausch als Brücke zwischen Menschen und Kulturen. Gerade in der gegenwärtigen Zeit globaler Herausforderungen sei es wichtiger denn je, Vorurteile abzubauen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und kulturelle Vielfalt unmittelbar erfahrbar zu machen. Die Bedeutung des Austausches in der Schullandschaft der Stadt Gütersloh unterstrich auch Wiebke Heine in ihrer Ansprache als stellvertretende Bürgermeisterin.

Die Leiterin des USA-Austausches am Städtischen Gymnasium, Stefanie Sundermann, stellte die historische Entwicklung des GAPP-Programms in den Mittelpunkt. Sie betonte, dass das Programm von den Kultusministerien der beiden Nationen in der Nachkriegszeit initiiert worden sei, mit dem Ziel, nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts durch persönliche Begegnungen Demokratie, Verständigung und transatlantische Freundschaft zu stärken. Diese Grundidee habe vor dem Hintergrund globaler Krisen und Konflikte nichts von ihrer Aktualität verloren.

Auch die amerikanische Leiterin des Austausches, Michelle Wick, machte ihrerseits die besondere Bedeutung des Programms deutlich. Sie berichtete, dass sie selbst einst als Schülerin am Austausch teilgenommen habe und die damaligen Erfahrungen ihren weiteren Lebensweg nachhaltig geprägt hätten. Heute führe sie diese Tradition als verantwortliche Leiterin des Austausches fort – ein eindrucksvolles Beispiel für die langfristige Wirkung solcher Gütersloher Begegnungen.

Zu den Ehrengästen gehörten zudem ehemalige deutsche und amerikanische Austauschleitungen aus den 1980er- und 1990er-Jahren, die über viele Jahre hinweg das Programm mit großem Engagement gestaltet und weiterentwickelt haben.

Besonders bewegend wurde die Jubiläumsfeier jedoch durch die große Zahl ehemaliger Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Rund 35 Ehemalige aus verschiedenen Jahrzehnten waren der Einladung gefolgt und machten deutlich, wie nachhaltig der Austausch die Biografien vieler Menschen geprägt hat. Ein ausnehmend schönes Beispiel bot eine ehemalige Teilnehmerin des Jahrgangs 2013, die gemeinsam mit ihrem Vater an der Feier teilnahm. Er selbst hatte bereits 1979 am USA-Austausch teilgenommen – ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie der Austausch nicht nur Völker, sondern auch Generationen verbinden kann, denn beide pflegen ihre Kontakte in die USA bis heute.

Auch viele andere ehemalige Schülerinnen und Schüler berichteten von Kontakten und Freundschaften, die bis heute über den Atlantik hinweg bestehen, von wiederholten gegenseitigen Besuchen und von Erfahrungen, die ihre persönliche und berufliche Entwicklung nachhaltig beeinflusst haben. Der Austausch hat über Jahrzehnte hinweg nicht nur Sprachkenntnisse vermittelt, sondern vor allem Offenheit, interkulturelle Kompetenzen und ein tiefes, persönlich verankertes Verständnis für andere Lebensweisen gefördert.

Das 50-jährige Jubiläum machte eindrucksvoll sichtbar, dass aus einer Schulpartnerschaft weit mehr entstanden ist als ein Austauschprogramm. Über fünf Jahrzehnte hinweg wurden Brücken zwischen Menschen, Familien und Kulturen gebaut – Brücken, die bis heute tragen und ein lebendiges Zeichen deutsch-amerikanischer Freundschaft und demokratischer Verständigung sind. Dies vital zu halten, hat sich das Städtische Gymnasium auch für die nächsten Jahre und Jahrzehnte fest vorgenommen.