Strahlende Gesichter gab es bei der Siegerehrung der 65. Mathematik Olympiade im Kreis Gütersloh auch unter den SG-Schüler*innen: Zgjim Morina aus der Klasse 5a bekam für seine Leistungen in der Regionalrunde einen ersten Preis und qualifizierte sich damit für die Landesrunde am 21. Februar am Hittorf-Gymnasium in Münster. Zweite Preise gingen an Marlene Wegener (Klasse 5e), Vorjahressieger William Braddick (Stufe 6d) und Anastasiya Dryk (Stufe EF). Jeweils einen 3. Preis erhielten Frieda Barthel, Aurelia Menne (beide Stufe 5) sowie Felix Hoffmann (Stufe Q1). Insgesamt wurden bei der Siegerehrung 44 Preisträger*innen ausgezeichnet, 20 weitere Teilnehmende erhielten Anerkennungen. Zudem verzeichnete der diesjährige Wettbewerb mit 495 Teilnehmer*innen in der 1. Runde und 136 Teilnehmer*innen der Klausuren der 2. Runde eine Rekordbeteiligung im Kreis Gütersloh.

Michael Venz mit den Preisträgern Marlene Wegener (Klasse 5e, 2. Preis) und Zgjim Morina (Klasse 5a, 1. Preis)
Schulleiter Dr. Jost Biermann gratulierte bei der Siegerehrung in der Aula des SG den erfolgreichen Mathe-Olympioniken zu ihren Leistungen und hob hervor, dass es neben dem Beherrschen von Problemlösestrategien auch Mut und die Kreativität brauche, über naheliegende Lösungspfade hinaus zu denken. So galt es in Klasse 9, aus Längenverhältnissen im Viereck auf einen Winkel zu schließen. In Klasse 6 mussten die Schüler vierstellige Zahlen mit bestimmten Teilbarkeitseigenschaften finden. Etwas komplexer fiel die Aufgabe aus der Zahlentheorie in Klasse 11 aus, da nun mit kombinatorischen Argumenten Paare aus Primzahlen, deren Summe bestimmte Teilbarkeitseigenschaften aufweisen, betrachtet werden mussten.
Dass die Teilnehmenden der Mathematik-Olympiade Wissen über Mathematik und Spaß an den Zusammenhängen haben, zeigten sie auch bei der Preisverleihung. Unter dem Titel „Bitte Zahlen, aber alle“ nahm Prof. Dr. Jürgen Schnack von der Fakultät für Physik an der Universität Bielefeld die Zuhörer mit auf eine wilde Tour durch die Welt der Zahlen. In gewohnt unterhaltsamer Weise und im ständigen Dialog mit seinen Zuhörer*innen schlug der Festredner einen Bogen vom Beweis über die unendlich große Menge an Primzahlen bis zur bis heute nicht beweisbaren Kontinuumshypothese. Dass die „Mathematik ein Palast ist, in dem man immer noch eine neue Tür aufmachen kann“, wie Schnack seine Begeisterung für Zahlen und Funktionen ausdrückte, machte er den Schülerinnen und Schülern am Beispiel der Dirac-Distribution deutlich. Auch wenn nur die Oberstufenschüler*innen die Berechnung des Integrals halbwegs nachvollziehen konnten und die anwesenden Lehrer*innen sich bei den l’Hopital-Regeln an ihre Studienzeit erinnerten, waren alle Zuhörer*innen von der Logik und scheinbaren Paradoxie fasziniert.
Schnacks Schlussfolgerung, dass alle Preisträger*innen Mathematik mögen und Mathematik dringend in allen Wissenschaften gebraucht wird, konnte Regionalkoordinator Michael Venz nur unterstreichen: „Beteiligt Euch weiter an Wettbewerben, habt Spaß an Mathematik und gebt Eure Erfahrungen weiter.“
