
Das Projekt Amikejo, benannt nach dem Esperanto-Wort für „Ort der Freundschaft“, zielt auf die Begegnung von Schüler*innen verschiedener Herkunft ab. Das gemeinsame Erfahren verschiedener Formen der Geschichtskulturen des Ersten Weltkrieges dient hier gewissermaßen als Vehikel, um die Begegnung der Schüler*innen zu intensivieren und Impulse für Perspektivwechsel, neue Gedanken und Diskussionen zu liefern. Neben den Schüler*innen des Projektkurses Geschichte des Städtischen Gymnasiums Gütersloh war eine Schülergruppe des Candea Colleges aus Duiven (Niederlande) sowie eine Willkommensklasse, bestehend aus Schüler*innen mit Fluchterfahrung der MSKA Roeselare in Belgien beteiligt.
Westflandern war während des Ersten Weltkrieges Schauplatz des Stellungskrieges, in dem Truppen des Deutschen Reiches den Alliierten gegenüberstanden. Der Krieg forderte auch hier unzählige militärische und zivile Opfer. Die Region wurde zudem durch den massiven Einsatz von Artillerie nahezu verwüstet und gleichsam neu geformt. Bis heute sind die Spuren des Krieges also nicht nur in den Objektivationen der Geschichtskultur, sondern auch durch stumme Zeugen in der Natur sowie in den Erzählungen der Menschen sichtbar und erlebbar.
Mittlerweile zählt der Landstrich zwischen der Nordsee und den flämischen Ardennen als europäische Erinnerungsregion, in der eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg und Frieden an vielzähligen Erinnerungsorten möglich ist.
Das Video zeigt einen Zusammenschnitt und eine Kommentierung der Erlebnisse.
Das Projekt wird gefördert von Erasmus+.



Zwischen Schule und Uni
Wenige Tage nach der Studienexkursion nach Westflandern und der Begegnung mit den Schüler*innen aus den Niederlanden und Belgien, machte sich der Projektkurs auf zu einem Besuch der Universität Bielefeld. Lars Deile, Professor für Didaktik und Theorie der Geschichte, hat die Gruppe empfangen und den Schülerinnen einen Schnuppertag als Studierende der Geschichtswissenschaft ermöglicht. In einem Seminar zur Geschichts- und Erinnerungskultur haben die Schüler*innen die dahinterliegenden Begriffe und Konzepte theoretisch erarbeitet, um auf dieser Basis ihre Erfahrungen auf akademischem Niveau zu reflektieren. Nach einem Besuch in der Mensa konnten die jungen Menschen ihre ersten Uni-Erfahrungen in einer eigens für sie gestalteten Vorlesung abschließen. Prof. Deile erörterte im Hörsaal Kontinuitäten und Wandel der Geschichtskulturen zum Ersten Weltkrieg von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart.





