Poetry-Slam

Was macht es mit uns, dass die Uhr den Takt unserer Tage und unseres Lebens vorgibt? Gibt es einen Ausweg oder verliere ich mich selbst ohne die allgegenwärtig, allmächtig scheinende Zeit?
Wie fühlt es sich an, wenn einem unterstellt wird, man könne kein Deutsch sprechen oder sei minderbemittelt, weil man eine dunkle Haut hat und anders aussieht?
Wo finde ich den Sinn, den verlorenen oder noch nicht gefundenen?
Wie sehen mich andere und warum ist mir das so wichtig? Bin ich nicht perfekt, so wie ich bin?
Stiehlt mir das Smartphone meine Freiheit und Individualität?
Warum begegnet mir immer häufiger, immer unverhohlener Gewalt, Dummheit und Aggressivität?
Und was ist eigentlich mit dem Tod?

Die Vorführenden Susanna Hariri,, Marie-Charlot Bittner, Fynn Kastrup, Fiona Guhe, Sara Öztürk, Iulia Mihail, Dorian Schmitz mit ihrem Trainer Niko Sioulis

Diese und weitere Fragen bewegten die Schülerinnen und Schüler, die am Poetry-Slam-Workshop teilgenommen haben, sodass sie sie in ihren selbstverfassten Texten aufgriffen, gedanklich durchspielten und sprachlich kreativ umsetzten. Die Ergebnisse der intensiven Arbeit mit der Sprache und an sich selbst konnten von Interessierten der Stufen 9, EF, Q1 und Q2 am Freitag, den 14.2. in der zweiten Stunde in der Aula bestaunt werden.

Den Workshop-Teilnehmenden werde thematisch nichts vorgeschrieben, sondern sie bekämen von ihm lediglich das „Handwerkszeug“, betont der Workshopleiter Niko Sioulis, der bereits in seiner Schulzeit am Städtischen Gymnasium in Gütersloh mit 17 Jahren zu schreiben begann, seit 2011 in der Szene als Slammer dabei ist und inzwischen als Veranstalter und Moderator der Poetry Slams in Gütersloh und Oelde fungiert. Dass die Texte und die Darbietung für die Nachwuchs-Slammerinnen und Slammer Herzensangelegenheiten waren, konnte das Publikum am Freitag spüren. Und so zollte es für die ausgefeilten Texte, die dazu passenden Präsentationen und nicht zuletzt auch für den Mut, sich dort auf der Bühne ans Mikro zu stellen, den gebührenden Respekt.

„Wir haben einen guten Einblick in diese moderne Gattung der Poesie erhalten. Die Teilnahme am Workshop hat sich gelohnt, da es viel Spaß gemacht hat, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und etwas zu lernen, das über den normalen Schulunterricht hinaus geht“, sagt Iulia Mihail, die dieses Jahr zum ersten Mal dabei war. „Gerne im nächsten Jahr wieder“, so lautet das Fazit der befragten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aber auch des Publikums. Wer so lange nicht warten möchte, kann sich der Schreibwerkstatt anschließen, die derzeit jede Woche mittwochs von 15-17 Uhr in der Weberei stattfindet und von Niko Sioulis geleitet wird (unverbindliche Anmeldungen für das kostenlose Angebot unter slam-m-tisch@web.de).

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