Förderung am SG Gütersloh:
Begabungen fördern – Leistungsdefizite überwinden

 

1. Begabungen fördern

Das Städtisches Gymnasium Gütersloh fühlt sich verpflichtet, individuelle Potentiale und Entwicklungsmöglichkeiten bei den Schülern wahrzunehmen, auszubauen und zu fördern.
Wir machen es uns zur Aufgabe, eine geeignete Lernumgebung zu schaffen, in der Begabung positiv in Leistung umgesetzt werden kann. Eine solche individuelle Förderung akzeptiert Unterschiede und versucht, Benachteiligungen aufzuheben.
Daraus können wir folgern: Förderung setzt voraus, dass Begabungen erkannt werden. Daher kommt der Diagnosekompetenz von Lehrerinnen und Lehrern eine grundlegende Bedeutung zu.
Die Förderung der Begabten erfolgt vor allem auf dem Weg der Anreicherung des Lernangebotes. Unter Anreicherung werden Ergänzungen, Erweiterungen und Vertiefungen des regulären Lehrplans verstanden. Dabei soll an die besonderen Interessen und Bedürfnisse der Kinder angeknüpft werden.

– Das Drehtürmodell (Stufe 6–9) nutzt flexible Abweichungen vom Regelunterricht. Befähigte Kinder verlassen für eine begrenzte Zahl an Stunden die Regelklasse, beschäftigen sich in dieser Zeit mit einem besonderen Thema und kehren anschließend in ihre Klasse zurück. Nach diesem Modell lernen mehrere Schüler und Schülerinnen der Stufe 6 gleichzeitig die zweite oder dritte Fremdsprache.

– Die Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht und experimentiert“ (Jgst. 6-9 und Oberstufe) bereitet interessierte Schüler und Schülerinnen auf die Teilnahme an Wettbewerben in Biologie, Chemie und Physik vor.

– Das Projekt „School meets Science“ bietet in Kooperation mit der Universität Bielefeld für zehn bis fünfzehn Schüler und Schülerinnen der E-Phase und Q1 die Möglichkeit, im Sinne eines Studium generale durch die Teilnahme an eigens für sie konzipierten Vorlesungen (einmal pro Monat über den Zeitraum eines Jahres) und der Nutzung der „Schreibwerkstatt“ der Universität einen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten zu gewinnen.

– Seit dem Schuljahr 2006/2007 bietet das Städtisches Gymnasium Gütersloh den Erwerb des Cambridge-Certificates (E-Phase, Q1) der Stufe FCE an. Um die Schüler und Schülerinnen gezielt vorzubereiten, hat die Schule verschiedene Übungsgruppen eingerichtet, die die Schüler und Schülerinnen vertraut machen mit einer Sprachprüfung, die das Studium an englischsprachigen Hochschulen erleichtert.

– Im Fach Französisch (E-Phase, Q1) wird seit zehn Jahren das Fremdsprachendiplom DELF angeboten.

– Ferner gibt es eine Arbeitsgemeinschaft (E-Phase, Q1) für das Fach Alt-Griechisch und weitere AGs für zahlreiche andere Interessensgebiete (Schach, Hebräisch, Schülerzeitung, Streitschlichter usw.).
– Durch das Förderangebot „Schüler helfen Schülern“ erhalten engagierte und talentierte der höheren Jahrgangsstufen die Chance, durch Lehren zu lernen. Durch die Unterstützung weniger erfolgreicher Schüler und SchülerInnen entwickeln sich auch die Helfenden weiter. Kognitive Förderung muss nach unserer Auffassung mit der Weiterentwicklung der sozialen und emotionalen Kompetenz einhergehen.

– Darüber hinaus können sich interessierte Schüler und Schülerinnen zum Sporthelfer oder zum Schulsanitäter weiterbilden lassen.

 

2. Leistungsdefizite überwinden

Trotz der relativ homogenen Schülerschaft an einem Gymnasium stellt sich immer wieder heraus, dass Einzelne oder Schülergruppen dem Anforderungsprofil unserer Schulform für einen gewissen Zeitraum oder in Teilgebieten nicht gewachsen sind. Unser Anspruch der individuellen Förderung hat uns bewogen, gezielte Fördermaßnahmen auf der Grundlage einer eingeübten Diagnostik für jene Schülerinnen und Schüler zu realisieren, die der zusätzlichen Hilfe und Begleitung bedürfen. Der Begriff „Diagnostik“ bezeichnet in diesem Zusammenhang nicht die Anwendung klassischer Analyseverfahren, sondern bezeichnet das genaue Hinsehen, Hinhören und Hinterfragen von Lernverhalten und Lernvoraussetzungen bei Schülerinnen und Schülern.

– Die Schülerinnen und Schüler der Stufe 5 kommen aus unterschiedlichen Grundschulen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen. Diese anzugleichen ist Aufgabe unseres Unterrichts. Das bedeutet, dass der normale Unterricht angereichert wird mit Zeitfenstern für individuelles Fördern und Lernen. So haben die Schülerinnen und Schülern der Stufe 5 – neben dem methodischen Training durch die Methodentage und dem Programm Lions Quest zur Förderung der sozialen Kompetenz – zusätzlich eine Stunde Englisch und eine Stunde Deutsch (zur Förderung der Rechtschreibung durch ReLv).

– In der Stufe 6 werden die Schülerinnen und Schüler in der Fachlernzeit Mathematik (1 Stunde) und in der Fachlernzeit Biologie (1 Stunde) durch ihren jeweiligen Fachlehrer/Fachlehrerin gefördert, der ihnen in dieser Stunde für sie geeignetes Arbeitsmaterial bereitstellt und Herausforderungen erklärt.

– In der Stufe 7 stellen vor allem die in Stufe 6 neu einsetzenden Fremdsprachen für einzelne Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung dar. Deshalb erhalten die Schülerinnen und Schüler der Stufe 6 in der Fachlernzeit Französisch oder Latein (1Stunde) die Möglichkeit, ihre Schwierigkeiten mit Hilfestellung ihres Fachlehrers zu bearbeiten.

– In der Stufe 8 wird eine zusätzliche Stunde zur Förderung im Fach Englisch und eine zusätzliche Stunden für die Fremdsprachen-Förderung (Latein / Französisch) bereitgestellt.

– In Stufe 9 wird – vor dem Hintergrund des Übergangs in die Oberstufe oder dem Übergang in die Berufswelt – vor allem das Fach Deutsch mit einer Stunde unterstützt.