Städtisches Gymnasium bleibt vorbildliche „Fairtrade-School“

Dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz am Städtischen Gymnasium nicht erst seit gestern großgeschrieben werden, zeigt die der Schule ausgesprochene Rezertifizierung als „Fairtrade-School“. Nach der erstmaligen Auszeichnung 2017 darf das SG das Siegel nun für zwei weitere Jahre tragen.

„Die vielen kleinen und größeren Aktionen in den letzten Jahren haben den Blick auf Fairtrade, Umweltschutz und Nachhaltigkeit an unserer Schule kontinuierlich geschärft“, lobte die stellvertretende Schulleiterin Britta Jünemann die Arbeit der Mitglieder der Fairtrade-/Umwelt-AG unter der Leitung von Sybille Geißler am Freitag anlässlich des Erhalts der offiziellen Urkunde. Diese bescheinigt, dass das Siegel „Fairtrade-School“ weitere zwei Jahre gültig ist und stellt das „Engagement für den fairen Handel“ als vorbildlich heraus. Als Fairtrade-School trage das SG dazu bei, „die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Produzentenfamilien in Ländern des globalen Südens zu verbessern und die Armut zu verringern“, heißt es auf der Urkunde. 

Für diese erneute Auszeichnung wurden die fünf bestehenden Kriterien erweitert und weiterentwickelt: 1. Das Schulteam um Frau Geißler setzt sich wie vorgegeben aus Schülerinnen verschiedener Jahrgangsstufen und Lehrerinnen zusammen. 

2. Gemeinsam erarbeiteten sie in den letzten Monaten einen Kompass, der ihre aktuelle Arbeit und einen Ausblick für die Zukunft abbildet. Darin wird deutlich, dass neben dem Fairtrade-Kaffee auch das dritte Kriterium erfüllt wird, nämlich die Produktpalette fair gehandelter Artikel zu erweitern – aktuell um einen neuen Schokoriegel. Die Rückmeldungen von Schulkiosk und Mensa seien positiv und man müsse die Riegel, erhältlich für €1,10 in drei unterschiedlichen Sorten, bereits nachbestellen, so Lina-Mareike Kiehne, Lehrermitglied des Teams. 

4. Jährlich wiederkehrende Aktionen wie der Stand am Grundschulnachmittag und am Elternsprechtag oder einer Ausstellung im Rahmen der Fairen Wochen der Stadt Gütersloh sind ein weiteres Kriterium für die Aufrechterhaltung des Fairtrade-Status. Die Aufführung des Punk-Musicals „Global Playerz“ vermittelte letzten Herbst musikalisch, emotional und mitreißend den Fairtrade-Gedanken an jüngere Schülerinnen und Schüler. Zum diesjährigen Valentinstag und zum Weltfrauentag gab es eine „Flower-Power“-Aktion, bei der Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit der Schülervertretung Rosen verschenken konnten. Bei diesen vielfältigen Aktionen zeigten sich zum einen die enge Zusammenarbeit mit der Fairtrade Town Gütersloh, zum anderen innerschulische Kooperationen: Ein Kunstkurs unter der Leitung von Frau Haverland gestaltete Jutebeutel, die dann an Interessierte verkauft wurden.

5. Im Unterricht diverser Fächer, so zum Beispiel Biologie, Erdkunde und Englisch, wurden die Themen Umweltschutz und Fairtrade mit seinen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten bereits in den Lehrplan aufgenommen. Weitere Fächer haben ihr Themenspektrum dahingehend erweitert, so bespricht zum Beispiel die Fachschaft Religion Fairtrade am Beispiel Kakao mit Blick auf den Anbau, die Arbeitsbedingungen sowie weitere Aspekte in Jahrgang 8.

Der abschließende Ausblick machte deutlich, dass Umweltschutz und Fairtrade eine immer wichtigere Rolle am SG spielen werden: 

  • Weitere neue Fairtrade-Produkte sollen verstärkt in den Schulalltag Eingang finden, die bestehenden Aktionen sollen noch präsenter beworben und erweitert werden und insgesamt soll das Bewusstsein für Fairtrade in all seinen Aspekten noch gesteigert werden. 
  • Unterstützt wird das Team um Frau Geißler dabei durch die diesjährige Schülervertretung, die bereits wenige Wochen nach ihrer Wahl einen Antrag für eine „umweltbewusste Schule“ an die Schulkonferenz gestellt hat. Ihr Schwerpunkt, so die Schülersprecherin Alina Dittrich, sei ganz klar, mehr Schülerinnen und Schüler dazu zu motivieren, sich aktiv für Umweltschutz und eine nachhaltige Welt einzusetzen. 
  • Zusätzliche Beachtung erhält der Themenkomplex am Städtische Gymnasium auch durch eine neue Kooperation mit der Stadt. Als Teil des Netzwerkes „Energiesparen macht Schule“, ein Projekt der Stadt Gütersloh zur Bewirkung dauerhafter Verhaltensänderungen, werde auch verstärkt in der gesamten Schulgemeinde dieses Thema vorangetrieben, so Frau Jünemann.

„Wir sind auf einem guten Weg. Es gibt so viele Stellen, an denen gerade etwas passiert“, zeigte sich die stellvertretende Schulleiterin Jünemann abschließend optimistisch. Die Rezertifizierung komme da gerade zur richtigen Zeit und verleihe allen Beteiligten und Interessierten verstärkt Tatkraft, „sich für eine nachhaltige Welt einzusetzen.“