High School Musical umjubelt

 

Ein Basketball-Team, ein Musical-Casting, eine Liebegeschichte mit fiesen Teenagern und einem Happy End, so einfach ist das Erfolgsrezept für einen amerikanischen Filmerfolg. Aber im Gegensatz zur Walt Disney-Kommerzproduktion musste das Ensemble des MuVoc-Kurses des Städtischen Gymnasiums die Herzen der Zuschauer schnell ohne vorherige Werbekampagne erobern. Das gelang auch, wie der Schlussapplaus und zwei Zugabeaufforderungen bei der Premiere am Montag in der Aula des Gymnasiums es belegten.


 

 

2015 High-School-Musical 2Um gute Unterhaltung zu bieten, hatte sich der Kurs eine Menge einfallen lassen: Eine geschickte Bühnenaufteilung, die die ganze Aula einbezog und verschiedenste Spielorte ohne große Umbauten ermöglichte. Ein Ensemble, mit dem Musiklehrer Hans Breckenkamp innerhalb eines Schuljahres erstaunlich gute Gesangqualitäten erarbeitet hat. Eine kurzweilige Inszenierung, die die vielfältige Handlungsstränge und Sichtweisen aufgriff und Raum für witzige Einlagen bot, die für viel Spaß im ziemlich jungen Publikum sorgten. So etwa Gerrit Mauritz, der im Ballettkleid über die Bühne fliegt oder spirituell angehauchte Alt-Hippies beim Casting.


 

 

High-School-Musical 4Allen voran aber begeisterte das Musical durch hervorragende Hauptdarsteller, die für ihre Rollen bestimmt schienen: Justus Maier ging natürlich aufgrund des Erfolgs seiner Band Gone Astray mit Vorschusslorbeeren und gewissem Star-Status in das Musical. Da diese Eigenschaften genau auf Troy Bolton zutrafen, konnte Justus fast sich selbst spielen. Dennoch erdrückte er nicht die übrigen Schauspieler, was zuallererst für seinen Kumpel Chad galt, dargestellt vom ebenfalls nicht für eine zurückhaltende Persönlichkeit bekannten Schülersprecher Phil Wittenbrink. Als der als Chad kurz vor der Pause mit seinen schwachen schulischen Leistungen auftrumpfte, brach beim Publikum mit mindestens zwanzig Prozent Ex-Nachhilfeschülern von Phil schallendes Gelächter aus.


 

 

High-School-Musical 3Etwas schwerer hatten es da die weiblichen Hauptrollen. Dafür brillierte Eyleen Grüwaz als Sharpay Evans im Duett mit ihrem Bruder Taylor, gut getanzt von Maik Konecny. Troys neue Flamme Gabriella, gespielt und gesungen von Marlen Hüllbrock, musste als schüchterner Newcomer sich dagegen zunächst zurückhalten und durfte erst im zweiten Teil schauspielerisch und gesanglich an die Seiten von Troy treten. Dabei wich auch von den übrigen Mitspielern, den Basketballern und dem Cheerleader-Chor immer mehr das Lampenfieber, so dass der gemeinsame Schlusssong – unverzichtbar für jedes US-Musical- „We’re All in this Together“ als Befreiung am Ende des Schuljahres seine Wirkung entfalten kann.