Abba-Musical begeisterte auch 2009

War schon die Generalprobe gut, so fiel die Premiere phantastisch aus, wie Musiklehrerin Frau Vielhaber die Stimmung und das Gesamtbild lobte, oder „einfach geil“, wie eine Schülerin ihre Begeisterung nach der Vorstellung ausdrückte. Dabei sind die Hits von Abba für heutige Schüler Oldies, oder würden allenfalls im Umfeld des kultigen Eurovision Song Contests angesiedelt. Da aber liegen die Wurzeln und das Erfolgsgeheimnis der Musik von Björn Ulvaeus und Benny Andersson: Populäre und eingängige Melodien, ein zügiges Tempo, Musik für viele Altersgruppen.


Das Musical Mamma Mia umrahmt die Musik mit einer Familienkomödie auf Soap-Niveau, was für viel Spaß sorgen kann: Die 20jährige Sophie (Anna Mosurek) möchte ihre große Liebe Sky (Marc Schmedtkord) heiraten und träumt davon, von ihrem Vater zum Altar geführt zu werden. Das Entdecken des Tagebuches ihrer Mutter (Alexandra Junghardt) scheint diesen Traum verwirklichen zu können und so lädt sie prompt ohne das Wissen dieser, ihre drei potentiellen Väter (Jan Gerken, Lars Bußmann, Deniz Kaya) ein, was nur zu einem totalen Chaos führen kann. Die Geschichte spielt passend zum Sommeranfang auf einer griechischen Insel, was dem Schülerensemble reichlich Platz für schräge Outfits und Bühnenbilder bietet.
Wie sehr sich die Schüler in die Welt von Mamma Mia hineingedacht haben, zeigt nicht nur eine Berlinreise zur Aufführung im Theater im Potsdamer Platz, sondern auch die lebendige Ausgestaltung der Rollen. Zur Premiere setzten die Darsteller sogar spontan eigene Ideen um und überraschten damit nicht nur ihre Lehrerin. Nicht zuletzt brillierten erfahrenen Solisten, allen voran Jan Gerken von der A-Capella-Formation Six Pack, und Alexandra Junghardt, die der Donna musikalisch ihren Glanz verlieh.