„Tschick“ Aufführung des Literaturkurses 2014

Bild mit dem Namen " Tschik 2014 Hom 070.jpg"Ein deutsches Roadmovie präsentierte der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 11 des Städtischen Gymnasiums am 17. Juni in der Schulaula: In „Tschick“ von Jugendliteraturpreis-Träger Wolfgang Herrndorf nehmen Maik Klingenberg, in Doppelbesetzung von Daniel Reich sowie Anh-Duy Nguyen verkörpert, und Felix Morkes als Tschick das Publikum in ihrem Lada mit auf eine Reise von der Teenager-Geburtstagsparty zu ihrem unbekannten Ziel namens Walachei.
Allein die Besetzung garantiert Dramatik mit einer Prise Comedy: Daniel Reich und Anh-Duy Nguyen können zu zweit viele Facetten Maiks, des selbsternannten „größten Feiglings und Langweilers unter der Sonne“ zum Ausdruck bringen und ein Gegengewicht zu Namensfigur des Romans schaffen. In dieser Rolle des Tschick glänzt Schülersprecher Felix Morkes, der mit seinem Auftritt als ziemlich anstrengender, aber dennoch liebenswerter Schüler das Publikum begeistert, auch weil er ein wenig sich selbst spielt.
Bereits zu Beginn des Stückes findet sich Maik auf einer Polizeistation, verletzt und umgeben von zwei mehr oder weniger seriösen Polizisten. Wie der Jugendliche in diese Situation geraten ist, wird im Verlauf des Stückes erklärt.
Nicht eingeladen zur Geburtstagsfeier seiner großen Liebe Tatjana beginnen für Maik die Sommerferien trist: Die Mutter in der Entzugsklinik, Vater auf Geschäftsreise, alleine in der elterlichen Villa: Doch dann erscheint „Tschick“, Maiks neuer Mitschüler, welcher eigentlich Andrej Tschichatschow heißt, aus Russland kommt und es irgendwie von der Förderschule bis auf das Gymnasium geschafft hat. Als Tschick mit einem geklauten – nach seiner eigenen Definition „nur geliehenen“ – Lada vor Maiks Haustür steht, beginnt für die beiden Jungs eine unvergessliche Reise quer durch Deutschland.
Bild mit dem Namen " Tschik 2014 Hom 078.jpg"An dieser Stelle schlägt die Stunde des Bühnenbild-Kurses, der auf Rollwagen bühnentaugliche Autos konstruiert hat, die eine stimmige Folie für das Stück bilden. Während ihrer Reise werden nicht nur Maik und Tschick gute Freunde, sondern das Mädchen Isa (Pia-Elisabeth Walkenfort), wohnend auf einer Müllkippe, macht die Dreiergruppe perfekt – jedenfalls nach einer lauten, wortreichen Auseinandersetzung mit Tschick.
Das eigentliche Ziel von Tschick und Maik, Tschicks Onkel in der Walachei zu besuchen, gerät immer mehr aus dem Blick, zumal für Tschick der Onkel nicht „irgendwo da draußen“ lebt, sondern in dem Land Walachei, welches aus der Sicht des jungen Russen definitiv existiert.
Bild mit dem Namen " Tschik 2014 Hom 089.jpg"Unter der Leitung von Jens Hullermann erarbeiteten die rund 20 Kursteilnehmer ein Theaterstück, in dem die unterschiedlichsten Charaktere und Persönlichkeiten auf die beiden Schüler treffen. Hierbei kommen weder Liebe und Hass, Humor und Ernsthaftigkeit, aber auch eine tiefere Bedeutung zu kurz, wodurch das Stück mit seiner facettenreichen Art durchweg überzeugen kann. Der Beifall am Ende zeigt, dass sich die harte Arbeit der Einübung des Stückes auf alle Fälle gelohnt hat, und die durchweg positive Rückmeldung seitens der Zuschauer entschädigte das Ensemble, vor allem seinen Lehrer, für die stressigen Momente der letzten Woche vor der Aufführung.

Klappentext des Romans:
Zwei Jungs. Ein geknackter Lada. Eine Reise voller Umwege durch ein unbekanntes Deutschland.
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die sommer-
glühende deutsche Provinz.
«Auch in fünfzig Jahren wird dies noch ein Roman sein, den wir lesen wollen. Aber besser, man fängt gleich damit an.»
Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung