10.04.2015

Bericht von der Rom-Fahrt 2015

Im Stile eines Gladiatorenaufmarsches unter Anführung von Lucas wurde der Pädagogik-LK, mit dem wir zusammen unsere Romfahrt unternehmen wollten, zu einem anderen Hotel „überredet“. Dieses lag in der Nähe des Hauptbahnhofs Termini, im fünften Stock, mit nur stundenweise funktionierendem WLAN, dafür aber mit einem leckeren Frühstück am/im Bett, in dem der Flur vor der Rezeption kurzerhand zum Gemeinschaftsraum umfunktioniert wurde. Ein Spaziergang gleich am Ankunftsabend ließ schon einige verstehen, warum ich auf bequemem Schuhwerk bestanden hatte.

Der erste Vormittag stand ganz im Zeichen des antiken Roms: Circus Maximus – Palatin – Forum Romanum. Céline, die vor lauter Begeisterung alter Steine gefühlt jedes Trümmerstück fotografierte, entlockte uns des Öfteren ein „ubi est Céline?“. Als uns am Nachmittag auch nach einer einstündigen Wartezeit der örtliche Bus einfach nicht mehr an den Katakomben abholen wollte, machten sich einige Unverzagte unter der Navigation von Herrn Krönert zu Fuß auf den 5 km langen Weg zurück zum Hotel und kamen dort nur wenige Minuten später an als diejenigen, die stur (u. a. ich) auf einen Bus gewartet hatten.

Der zweite Tag führte uns auf einem wunderschönen Spaziergang vom Pantheon über die Piazza Navona, entlang des Tibers bis zur Engelsburg und zum Petersdom. Abgeschreckt von der dort langen Warteschlange entschlossen sich die meisten gegen eine Besichtigung des Doms bzw. einer Kuppelbesteigung, was dann glücklicherweise noch am letzten Tag nachgeholt werden konnte (die Aussicht von dort oben ist einfach atemberaubend). Der Nachmittag wurde unterschiedlich genutzt: mehrere fuhren an den zu der Zeit noch menschenleeren Sandstrand von Ostia, von wo mich Oliver anrief, um mich kurzzeitig mit der Nachricht, sie hätten den letzten Zug verpasst und müssten am Strand übernachten, schockte.

Am Mittwoch taten sich dann alle Schleusen des Himmels auf: dachten wir noch, wir könnten mit unserem Museumsbesuch (wahlweise im Vatikan bzw. in dem Kapitolinischen Museum) dem Regen entkommen, wurden wir eines besseren belehrt. Die fliegenden Händler hatten sich am besten der neuen Situation angepasst: „Poncho-Poncho“-Rufe lösten die „Selfie-Selfie“-Rufe ab. Herr Krönert, ohne Regenjacke, erlag schließlich doch dem Wunsch nach ein bisschen Regenschutz und kaufte sich einen Regenschirm, der leider nicht einmal die nächsten fünf Windböen überstand.

Allein Svenja trotzte allen Widrigkeiten: im Stile einer Nachrichtensprecherin, die sich in den peitschenden Regen stellte, hielt sie tapfer ihr Referat zu der Trajanssäule. Nachdem wir an diesem Tag nun auch noch eine Stunde lang vor dem Colosseum warten mussten, uns schon zweimal umgezogen hatten, das letzte Paar Schuhe schon wieder unter Wasser stand und ich mit meiner Metrokarte, die trotz Regenjacke total durchgeweicht war, den Ticketautomaten kaputt machte, stand am Abend keinem mehr der Sinn nach Ausgehen. So wurde die letzte, leckere Pizza in dem Restaurant gleich nebenan eingenommen und alle waren sich (trotz des Regens) einig, dass Rom absolut eine Reise wert ist und bestimmt noch mal im privaten Rahmen besucht wird, um noch die vielen anderen Sehenswürdigkeiten dieser faszinierenden Stadt erkunden zu können.