Vizekonsul Christopher Grossman diskutiert mit Englisch-LKs über die neue US-Politik

Vizekonsul Grossman im Gespräch mit den Englisch-LK-SchülernEine neue Ära des Friedens und das amerikanische Interesse an einem neuen internationalen Umweltabkommen lauteten die Botschaften, mit denen Christopher Grossman, Vizekonsul des Amerikanischen Konsulats in Düsseldorf, die Politik von US-Präsident Barack Obama Schülern des Städtischen Gymnasiums am Montag präsentierte. Unter dem Titel „MeetUS“ möchte das Generalkonsulat Schülern in Nordrhein-Westfalen durch persönliche Kontakte die amerikanische Gesellschaft näher bringen. Dass die Englisch-Leistungskurse des Städtischen Gymnasiums mit Vizekonsul Grossman diskutierten durften, verdanken sie auch der Partnerschaft mit der Portage High School im Bundesstaat Wisconsin, die seit 34 Jahren durch jährliche Besuche gepflegt wird.
Werner Groß, Englischlehrer und seit 29 Jahren regelmäßiger Teilnehmer des Austausches, sah den diplomatischen Besuch als Chance: „So können wir bei den Schülern Klischees über Amerika abbauen und den Besuch in Portage besser vorbereiten.“ Dass es solche Vorurteile gibt, vor allem im Hinblick auf das von deutschen Schülern als übertrieben empfundene amerikanische Sicherheitsbedürfnis, zeigte sich beim Vortrag des US-Diplomaten schnell. So musste Christopher Grossman klarstellen, dass das FBI kein Geheimdienst ist und erklärte in einen Ausflug durch die jüngere US-Geschichte, warum der Iran für die USA seit der Botschaftsbesetzung 1979 als so große Bedrohung empfunden wird. Mit merkbarer Freude erläuterte der Vizekonsul, der vor seinem Eintritt in den diplomatischen Dienst als Politikwissenschaftler lehrte, die Politik des neuen US-Präsidenten. Immer wieder ging es um Krisenherde, ob beim Thema Afghanistan, das Grossman als wichtigen regionalen Stützpfeiler bezeichnete, oder beim Konflikt mit Nordkorea, der durch die Verurteilung zweier amerikanischer Journalistinnen verschärft wurde. Im Plauderton verriet der Vizekonsul den überraschten Schülern, dass in Pjöngjang amerikanische Interessen über die schwedische Botschaft vertreten werden, und machte aus der Verbindung zu Deutschland eine Achse der Stärke, als Schüler ihn auf die Kritik des ehemaligen Präsidenten Bush an der deutschen Irak-Politik ansprachen.
Damit brach langsam das Eis und die Schüler kamen mehr mit Grossman ins Gespräch, gerade als es um die jüngste Ägypten- und Europareise Barack Obamas ging. Dabei zeigten die Schüler weniger sprachliche Schwierigkeiten als das Problem, sich in das amerikanische Selbstverständnis hineinzudenken. Bestärkt durch diese Erfahrung äußerte Schulleiter Dr. Bethlehem den Wunsch, den Kontakt mit dem Generalkonsulat weiter zu pflegen. Dem entsprach Grossman prompt und lud die Teilnehmer des nächsten Portage-Austausches in das Generalkonsulat nach Düsseldorf ein.