Studienfahrt an den Golf von Neapel 2012

27 Gütersloher unter der italienischen Sonne

Neapel. Die gleißende Sonne brennt den Lateinern/innen in den mehr oder minder eingecremten Nacken. Das Blau des Meeres überstrahlt das Blau des Himmels, die schroffen Felsen Capris tun sich am Horizont auf, wie die Münder der staunenden Schüler.

Aber beginnen wir am Anfang. Drei Uhr früh, ob geschlafen oder nicht, Schüler und pädagogisches Geleit erwarten Bus und italienische Sonne. Erwartungen, die erfüllt werden.

neapel12_1Mehrere Stunden später – 11 Uhr, Vesuv. Hinter einer höchst motiviert en Frau Röhlinghaus herdackelnd quält man sich in der brütenden Mittagshitze den Vulkan hinauf. Neben sterbenden amerikanischen Touristen hat man einen schönen Blick auf den Golf von Neapel. Ein Bild, das sich im Laufe der Woche beinahe täglich wiederholt. Nicht nur, dass wir gefühlt tausende Kilometer bei 40° durch die Gegend rennen durften, nein, wir durften auch noch Referate über verschiedenste Themen und Orte, die uns rund um den Golf von Neapel begegneten, halten.


Tag 2: Herculaneum. Auch den letzten Optimisten wird bewusst, das ist kein Urlaub, das ist Boot Camp. Doch Boot Camp kann auch interessant sein. Ehrfurcht ergreift den kleinen Gymnasiasten beim Anblick der Ruinen der Stadt der merklichen kleineren Römer. Mehrere Beulen und einen Besuch in der eindrucksvollen Villa Oplontis später, eroberte man Pool und Strand im heimischen Villaggio.

Tag 3: Das Highlight. Pompeji. Ein Ort, der die Gemüter ambivalent bewegt. Schnell schlägt die Erheiterung ob der pornoreusen Darstellungen im Lupanar (antikes Bordell) um in Melancholie der den Moment des Todes festhaltenden Gipsabdrücke wegen. Den freien Nachmittag (sicherlich der Verarbeitung der Eindrücke zuträglich) lässt der geneigte Genießer mit Rotwein und Gesprächen ausklingen.
neapel12_2Ein weiteres Highlight sollte uns am 4. Tag erwarten. Capri. Eine schöne Insel, mit noch schönerem Ausblick und dem mit bis zu 10 Kilometern anstrengendsten Fußweg unter Führung des „Zugtieres ohne Nummer“ (Zitat einer Capresin) von der Villa Iovis über den „Arco naturale“ und die „Faraglioni“-Felsen um die halbe Insel herum. Ein großes Manko bei diesem Pensum ist das Verbot des Niederlassens auf öffentlichen Plätzen.


Als wesentlich angenehmer ist der folgende freie Tag zu verzeichnen, insoweit gut gewählt, als dass am Vortag noch bis in die Puppen Geburtstag gefeiert werden musste. Doch für nicht alle war der Tag tatsächlich frei, die Bekloppten der Elite erachteten es tatsächlich für notwendig an fakultativen Exkursionen gen Paestum oder Amalfi teilzunehmen. Auch das ein durchaus tagfüllendes aber sehenswertes Programm.

Der letzte Tag. Trauer ergreift die Herzen der Reisegruppe. Im Kollektiv hängen die Köpfe. Einziger Lichtblick ist der Besuch im neapolitanischen Museum der Archäologie. Erheiternd gestaltete sich vor allem das „Cabinetto Secreto“ (…). Nach sechsstündiger Rückreise mit Air- und Charterbus fiel die gesamte Gruppe erschöpft, aber offensichtlich glücklich, Familie und Freunden in die Arme.

Dank einer herausragenden Organisation, tollen Eindrücken und einer klasse Truppe wohl das beste Boot Camp aller Zeiten.

An dieser Stelle ein fettes DANKESCHÖN an Drill Instruktor Röhlinghaus und Drill Sergeant Senger.

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Jonas Helmich & Jana Peter