Studienfahrt an den Golf von Neapel – Tagesberichte

 

Dienstag, 1. Tag: Anreise und Vesuv

Endlich einmal die Orte sehen, an denen die lateinischen Texte spielen, und natürlich ein paar Tage im sonnigen Italien verbringen! Mit diesem Ziel brachen wir um 5 Uhr morgens (also eigentlich mitten in der Nacht) am Gütersloher Hauptbahnhof auf. Nicht besonders wach, aber guten Mutes bewältigten wir eine tatsächlich problemlose Bahnfahrt zum Flughafen Köln/Bonn. So mancher stellte sich die Frage, ob er das fünfte Paar Schuhe oder die Ersatz-Sonnencreme wirklich in den Koffer hatte packen müssen, als das Kofferschleppen dank des für deutsche Verhältnisse extrem warmen Wetters zum Fitness-Training wurde und diverse Blasen verursachte.

Nach einem reibungslosen Flug landeten wir mittags im noch wärmeren Neapel. Die Hoffnung auf die landesübliche Siesta wurde schon im Keim erstickt. Schließlich machten wir eine Studienreise und keine Erholungsurlaub! Mit dem Motto „Carpe diem“ (was auch auf den speziellen „Italien 2009″-T-Shirts prangte) ging es gleich weiter zum Vesuv. Die Busfahrt den Berg hinauf hatte Achterbahn-Qualitäten, wobei der italienische Verkehr sowieso nichts für schwache Nerven ist. Wer es schaffte, bei dem ganzen Geschaukel die Landschaft zu bestaunen, kam trotz leichten Nebels auf seine Kosten.

Larissa, Vanessa, Annika, Nayeli, Gina und Lisa verschnaufen.links: Larissa, Vanessa, Annika, Nayeli, Gina und Lisa verschnaufen


Als der Bus schließlich hielt, erklärte eine beängstigend motivierte und unermüdliche Frau Röhlinghaus, dass der restliche Weg zu Fuß zurückgelegt werden müsse. Das wiederum warf die Frage nach dem geeigneten Schuhwerk auf. Letztlich kamen Turnschuhe wohl am besten mit dem dunklen Sand und Gestein zurecht. Lisa verzichtete komplett auf Schuhe (wer braucht so was schon?) und stapfte barfuß bergauf.

Bis wir oben angekommen waren, hatte sich der Nebel verzogen, sodass wir einen tollen Blick in den Krater des noch aktiven Vulkans hatten. Die gigantischen Ausmaße waren ebenso beeindruckend wie austretender Rauch oder der Blick hinunter auf Neapel. Während des Abstiegs gerieten wir in ein Gewitter, dessen Blitze den Berg umso bedrohlicher wirken ließen. Der anschließende Regen bot eine willkommene Abkühlung.

Das Feriendorf in Piano di Sorrento.links: unsere Unterkunft in Piano di Sorrento


Daraufhin brachte uns der Bus (trotz des angepriesenen Ausblicks von der Küstenstraße aus verbrachten die meisten die Fahrt schlafend) zum „Villaggio“ in Piano di Sorrento. Unsere Häuschen waren zwar ein bisschen klein, aber irgendwann hatte jeder einen Platz für seinen Koffer gefunden (auch wenn Nayeli und Annika ihren mit Ameisen teilen mussten). Nach dem Prinzip „Enge stärkt das Gemeinschaftsgefühl“ verbrachten wir den Abend nach einem leckeren Pasta-Essen plaudernd auf der Veranda unserer Unterkünfte. Während Ralf und Lars (belauscht von Herrn Senger) noch über die wechselnde Helligkeit der Tageszeiten diskutierten, sortierte sich der Rest nacheinander im Bett ein.

Gina Bierfischer