Religiöse Schulwoche am Städtischen Gymnasium: Frischer Wind im Schulalltag

Traumfrauen, Drogen und Beten, drei Themen, mit denen sich Gesprächsrunden während der Religiösen Schulwoche am Städtischen Gymnasium beschäftigen. Eine Woche lang können Schüler der Klassen 10 bis 12 in kleinen Gruppen mit Referenten der Evangelischen und Katholischen Kirche über ihre Lebensfragen sprechen. Es gibt Themenangebote, viele Fragen kommen aber erst im Laufe der Gespräche auf, die ohne Zwang von Lehrplänen, Noten und sogar ohne Dokumentation geführt werden. Die Schüler genießen diese Gesprächsatmosphäre: „Es ist etwas Frisches im Schulalltag", beschreibt die 16-jährige Lisa Glasenapp ihre Erfahrungen nach drei Doppelstunden.
Auch zwanglos bleibt nichts ergebnislos: Beim Thema Liebe und Freundschaft lässt die Referentin Schülerinnen und Schüler getrennt ihre Vorstellung von einem Traumpartner skizzieren. Die Ergebnisse werden ausgetauscht und vom anderen Geschlecht reflektiert. Neben Aussehen, Charakter und Ausstrahlung werden plötzlich Wertvorstellungen diskutiert. Genau das möchten Schule und Kirchen bei diesem Angebot erreichen, dass Jugendlichen sich und ihre Mitmenschen unter neuen Fragestellungen wahrnehmen. Daher ist Schulleiter Dr. Siegfried Bethlehem dankbar, dass Experten von außen der Schule bei der Werteerziehung helfen. Auch wenn Daniela Bröckl vom Referat Schulseelsorge im Erzbistum Paderborn betont, dass keine religiöse Belehrung beabsichtigt sei, bestätigt sie doch die Formulierung Dr. Bethlehems, dass ein Angebot gemacht wird, bei dem die Religion in der Lebensorientierung hilft.
Den Erfolg belegen die Teilnehmerzahlen: 520 Schülerinnen und Schüler – das freiwillige Angebot an der Religiösen Schulwoche teilzunehmen, wird mit einer Quote von 99 Prozent angenommen, unabhängig ob die Schüler nur dem Papier nach zu einer christlichen Konfession gehören, aktiv am Gemeindeleben teilnehmen oder nur „glauben, dass da irgendetwas wie ein Gott sein muss", wie Daniela Bröckl eine Schülerin zitiert. Ihr Kollege Ulrich Bahr vom Pädagogischen Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen wurde im Gespäch mit Schüler der Jahrgangsstufe 12 gefragt, wie er es selbst als Pfarrer mit dem Beten halte."Die Schüler sind gegen Glauben und Religion, sondern oft nur skeptisch oder ablehnend gegenüber der Institution Kirche", hat er auch in Gütersloh beobachtet. Dennoch ist das Interesse am Abschlussgottesdienst am Freitag in der Apostelkirche groß, auch wenn (oder weil?) dieser Besuch ebenfalls freiwillig ist und das Alternativangebot eine Geschichtsvorlesung zum 9. November in der Schulaula ist.

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