18.12.2020

Gedanken zu Weihnachten

„Fürchtet euch nicht“ – das ist die Botschaft der Engel an die Hirten. Dabei sind wir voller Furcht: vor dem Virus, das sich unsichtbar in unsere Gesellschaft schleicht. Wir haben Angst, uns anzustecken, krank zu werden. Wir wissen nicht mehr, wie wir uns verhalten sollen, wen wir noch treffen dürfen. Die Furcht ist in unsere Seelen gekrochen und macht uns traurig. „Denn siehe ich verkündige euch große Freude“. Wie eine Nachricht aus einer anderen Welt erscheint uns der Begriff Freude, da wir auf so viel verzichten müssen, da das Leben so hart geworden ist. Und doch habe ich die Freude gefunden: in einem Lächeln, das ich einem Menschen schenken, kann, der keine Hoffnung mehr hat, in der freundlichen Begegnung von Maske zu Maske, in einem Brief an die Menschen, die ich nicht treffen kann. Freude über das Elementare des Lebens. Freude, dass wir das Leben haben.

Und es gibt diese Hoffnung, dass es Frieden geben wird, dass auch die Pandemie ein Ende hat. Dass wir wieder miteinander in Gemeinschaft leben können. Denken wir in diesen Tagen auch an die Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos, die unter katastrophalen Bedingungen das Weihnachtsfest erleben, an die Menschen in Syrien und anderen Kriegsgebieten, für die die Friedensbotschaft so weit entfernt ist. Denken wir an die Menschen, die in diesen Tagen ihr Leben lassen.

Ich bin dankbar für die Verheißung von Weihnachten. Für mich ist es wichtig, dass Gott bei uns ist im Leid. Und uns nicht allein lässt. Das Wunder von Weihnachten strahlt in all unsere Betrübnis hinein. Zünden Sie ein Licht an, und Sie können es spüren.

Britta Jünemann