01.04.2022

Wewelsburg Fahrt der 9. Klassen am 16. und 17. März

Die Klassen 9a, 9b und 9c fuhren am 16. März 2021 zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945. Die Klassen 9c, 9d und 9f besuchten die Gedenkstätte am Folgetag. Fokus des Besuchs war die von SS-Führer Himmler an der Wewelsburg geplante SS-Schule, die im Zusammenhang mit dem Unterrichtsvorhaben des Nationalsozialismus der Grund für den Besuch war.

Dabei wurden unter anderem die Überreste des Konzentrationslagers Niederhagen (vormals KL Wewelsburg) von den Schüler*innen besucht. Von dem Konzentrationslager ist heute nicht mehr besonders viel zu sehen, da auf dem Großteil des Geländes Wohnhäuser gebaut wurden. Das einzige, was auf dem Gelände noch zu sehen ist, ist die alte Küche des KZs, die sich gerade im Sanierungsprozess befindet, außerdem befindet sich dort eine Gedenkstätte, die erst vor wenigen Jahren erbaut wurde. In dieser Küche, deren Gebäude teilweise als Gebäude der freiwilligen Feuerwehr fungiert, fand man nur noch relativ wenig bis gar keine weiteren Spuren aus der Betriebszeit des KZ.

Während des Besuchs des KZs gab es die Information, dass im KZ Niederhagen (ehem. KZ Wewelsburg) nur relativ wenige jüdische Personen inhaftiert waren, da diese überwiegend in andere Lager wie zum Beispiel Auschwitz deportiert wurden. Das bedeutet, dass im KZ Niederhagen überwiegend sowjetische Staatsbürger, Homosexuelle und weitere Personengruppen, die aus Sicht der NSDAP nicht in die “Volksgemeinschaft” gehörten, inhaftiert waren und auch getötet wurden. Außerdem fand der Besuch eines dazugehörigen Schießstandes statt, der von den Insassen des Lagers errichtet werden musste und in dem Schießen geübt worden war, aber auch Personen erschossen wurden.

Danach wurden wir durch die Ausstellung geführt, wo wir uns mit Verantwortlichen für die Wewelsburg und das KZ beschäftigt haben, außerdem wurden Pläne für den Umbau des Dorfes Wewelsburg nach Vorbild der NS-Architektur rund um die geplante SS-Schule gezeigt, die Himmler damals hatte, die aber nie umgesetzt wurden. Dort konnten sich die Schüler*innen außerdem Uniformen und originale Gegenstände aus der Geschichte anschauen, die teilweise den Mitarbeitern der SS gehörten und teilweise Eigentum der dort Inhaftierten Personen waren.

Danach fand ein Besuch der verschiedenen zur Wewelsburg gehörenden Räume aus der Zeit des Nationalsozialismus statt, dort ging es u.a. um die körperlich extrem schwierigen und gefährlichen Arbeiten, die die Häftlinge ausführen mussten, aber auch um Räume, die u.a. von SS-Anhängern genutzt wurden. So z.B. ein Raum mit einem großen Symbol namens “Schwarze Sonne” in der Mitte. Wozu dieser Raum genutzt wurde und warum man dort dieses Symbol installiert hat, ist unklar, das Symbol wird allerdings auch heute noch von vielen Rechtsextremist*innen benutzt.

Danach beschäftigten sich die Schüler*innen mit Personen, die im KZ Niederhagen inhaftiert waren und getötet wurden; dadurch wurde die Brutalität, mit der die Nationalsozialisten gegen bestimmte Personen vorgingen, deutlich. Einige Schüler*innen beschäftigten sich außerdem noch mit dem anstrengenden und oft schrecklichen Alltag der Inhaftierten im KZ.

Insgesamt war der Besuch ein facettenreiches Erlebnis, das einen guten Einblick in die Denkweise und die Gräueltaten der Nationalsozialisten gab, die Exkursion vermittelte zusätzlich zu den objektiven Inhalten auch eine durch die Sichtbarkeit übertragene Emotionalität, die es in einer normalen Unterrichtsstunde wahrscheinlich nicht gegeben hätte.

von Joris Cornelson, Klasse 9c

Fotos von Britta Jünemann und Manuela Steuernagel